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Ernst Happel Stadio, Vienna,  Austria 
Tour

Ernst  Happel Stadion, Vienna, Austria
on July 14th. 2006

The second show in Europe is in Vienna. The warm up is done by Paolo Nutini.

 

Set list:

Jumpin' Jack Flash - It's Only Rock'n'Roll - Oh No Not You Again - Let's Spend The Night Together - Rain Fall Down - She's So Cold - Streets Of Love - As Tears Go By - Tumbling Dice - Night Time Is The Right Time - Intros - This Place Is Empty - Before They Make Me Run - Miss You - Rough Justice - Start Me Up - Honky Tonk Woman - Sympathy For The Devil - Paint It Black - Brown Sugar - You Can't Always Get What You Want (encore) - Satisfaction (encore)

Reviews:

Rock-Mick ließ das Stadion beben

Bei ihrem Wien-Gastspiel im Happel-Stadion setzten die Rolling Stones vor etwa 55.000 Besuchern auf die ganz alten Hits.

APA Publikumsnähe: Auf dem Höhepunkt der Show rollten die Rolling Stones (im Bild Mick Jagger) auf einem beweglichen Bühnenteil durchs Publikum.

Um 21.20 Uhr begann mit einem scharfen, lauten und präzisen "Jumping Jack Flash" das Wiener Rolling-Stones-Konzert. Und das war die eigentliche Sensation: Dass es begann. Denn noch vor wenigen Wochen musste Keith Richards nach einem Sturz beim Palmen-Klettern am Kopf operiert werden.

Richards wirkte zu Beginn des Konzerts zumindest äußerlich gesund. Offenbar dürfte er den für ihn gefährlichsten Ort Wiens – das Palmenhaus – weiträumig umfahren haben. Der stets durstige Gitarrist ist ja eine wandelnde Fall-Studie. bereits die "Bridges To Babylon"-Tour musste verschoben werden, weil Richards betrunken von der Leiter in seiner riesigen Bibliothek gestürzt war (ein Unfall, der z. B. Erwin Pröll nicht passieren könnte).

Fehler

Lustigerweise ist es zu Beginn des Konzerts Mick Jagger, der die Fehler macht: Bei "It’s Only Rock ’n’ Roll" singt er einen falschen Teil – doch die Band holt ihn wieder ein. Den Einsatz zum neuen Song "Oh No, Not You Again" verpasst er schlicht und gesteht: "Ok, I start from the beginning."

Das Publikum jedoch jubelt: Offenbar machen solche kleinen Patzer die Superstars sympathischer. Bei "Let’s Spend The Night Together" wird das Konzert zur Party. Dann der nächste neue Titel: "Rain Fall Down". Mick Jagger spielt eine erstklassige Funkrock-Gitarre. Es folgt "She’s So Cold", laut Jagger eine Österreich-Erstaufführung. Stones-Dauergäste erinnern sich dennoch an die Nummer: 1990, Praterstadion.

"Streets of Love" kommt, wie alles Neue, gut an. Auch wenn Richards zu ein paar, vorsichtig formuliert, bemerkenswerten Tönen greift. Doch da ist ja der frisch trockengelegte Ron Wood, der Stuntman-artig die Parts übernimmt. Für "As Tears Go By" kramt Richards die 12-Saitige hervor. Im Solo geht er dann vielsaitig verloren.

Song Nummer 9, "Tumbling Dice" bringt einen starken Auftritt der Bläsertruppe um Saxofonist Bobby Keys, der seit fast 40 Jahren mit den Stones spielt. Danach kündigt Jagger "ein alter Lied, ein Blues" an. Soll heißen: "The Night Time Is The Right Time", eine schön schmierig dargebotene Hommage an Ray Charles. Jetzt hat die unfassbare Lisa Fischer, seit bald 20 Jahren für ihren Job als Stones-Hintergrundstimme schwerst überqualifiziert, ihren großen Auftritt. Rührung!

Bei der Bandvorstellung gibt es Ovationen für Keith Richards. Er erklärt, hungrig am Tschick saugend: "I’ve been through some shit. Anyway, the show must go on." Und wie sie weitergeht! Richards widmet "This Place Is Empty Without You", den schönsten Song vom neuen Album, nicht unlogischerweise seinem Publikum. Und krächzt sich auch noch gleich durch seinen alten Hadern "Before They Make Me Run".

Beim alten Disco-Schmierer "Miss You" fährt die Band mit einem Teil der Bühne in die Stadionmitte. Ein toller Showeffekt. Es folgt der nächste neue Song, "Rough Justice", und dann kommt der übliche Hit-Run, effektheischend, aber sehr sexy dargeboten: "Start Me Up", "Honky Tonk Woman", "Sympathy For The Devil", "Paint It Black", "Brown Sugar", "You Can’t Always Get What You Want" und "Satisfaction".

Autopilot

Fazit: Zum ersten Mal scheint Keith Richards nicht mit dem Kaputtsein zu kokettieren, sondern tatsächlich kaputt zu sein. Teilweise klopft er sich wie auf Autopilot durch die alten Hadern, teilweise lässt er völlig desorientiert ein paar Töne zu Boden fallen, bevor ihm Ronnie Wood zur Seite springt, die Riffs übernimmt und ihm nebenbei ins Ohr flüstert, wer und wo er ist. Lustigerweise werden die Stones gerade durch diese Schwäche stärker – sie rücken zusammen, spielen konzentriert und mannschaftsdienlich und sind wieder eine Band.

Artikel vom 15.07.2006, 08:38 | KURIER | Guido Tartarotti

 

"You Got Me Rocking" 

Foto: apa/Techt
Rolling Stones rocked in more than two hours in a perfect show in Wiener Praterstadion - here are some great photos from Der Standard newspaper. Click the photo

 

 

Bigger Bang Tour 2005-06

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